Anleitung zum Selbernähen einer Raffgardine

Ginas Raffgardine aus Poly Crêpe de Chine im Design Yellow Pear 

Wir finden, dass Vorhänge einen Raum völlig verwandeln können. Als wir sahen, wie gemütlich das Zuhause unserer Spoonflower-Mitarbeiterin Gina mit ihrer selbstgenähten Raffgardine aussah, fragten wir sie, ob sie das Tutorial hier für euch bereitstellen könne. Zum Glück stimmte sie sofort zu. Mit nur einem Meter Stoff, wenigen Nähutensilien und Ginas Anleitung könnt ihr euren Fenstern im Handumdrehen ein neues Kleid geben.


Materialliste für die Raffgardine

Materialliste für die Raffgardine
  • Ein Meter Poly Crêpe de Chine
  • Nähmaschine
  • Passender Garn
  • Lineal
  • Maßband
  • Stoffschere
  • Stecknadeln
  • Stoffmarker oder Schneiderkreide
  • Nicht unbedingt nötig, aber dringend empfohlen: dein Lieblingsgetränk

Hinweis: Diese Anleitung ist für ein schmales Einzelfenster mit maximal 1,20 m Breite gedacht.


So nähst du die Raffgardine

So nähst du die Raffgardine

1. Ausmessen

Zuerst misst du die Breite deines Fensters aus. Bei Fenster mit einer Breite von ca. 90 cm – 1,20 m kannst du den Stoff in der gesamten Breite verwenden. Wenn das Fenster schmaler ist, kannst du den Stoff auch entsprechend zuschneiden. Dabei solltest du für die Stoffbahn mindestens 10 cm (eher mehr!) zur Breite des Fensters zugeben. Mein Fenster ist 110 cm breit, also habe ich den Stoff einfach ohne Zuschneiden in der ursprünglichen Breite von 132 cm belassen.

Anschließend benötigst du noch den Durchmesser deiner Gardinenstange, damit du später ganz einfach die Länge deines Gardinenstückes bestimmen kannst. Bei mir betrug der Durchmesser 1,5 cm.

Zuletzt misst du von der Gardinenstange aus bis zur gewünschten Höhe, bei der die Gardine enden soll. Beachte bitte, dass später nur der Mittelteil der Gardine bis zu diesem Punkt geht und der Rest durch das Raffen kürzer wird. Sobald du die Gardinenlänge festgelegt hast, kannst du die Gesamtlänge wie folgt berechnen:

Länge = Maximale Gardinenlänge + (3,14 x Durchmesser der Gardinenstange) + 5 cm

Hinweis: Die zusätzlichen 5 cm sind die Nahtzugaben für oben und unten plus etwas Luft für den Tunneldurchzug. Die Gardine soll nicht zu eng an der Vorhangstange sitzen.

Meine Stoffbahn war schließlich 132 cm x 55 cm groß. Die Länge habe ich der Einfachheit halber auf eine ganze Zahl aufgerundet. Sobald du die Länge und die Breite ermittelt hast, kannst du den Stoff entsprechend zuschneiden.


2. Markieren von Raffpunkten und Tunneldurchzug

Markieren von Raffpunkten und Tunneldurchzug

Nach dem Zuschneiden der Stoffbahn misst du am oberen Rand die Mitte aus und markierst sie mit einer Stecknadel oder der Schneiderkreide. Jetzt musst du die Mitte zwischen der Gardinenmitte und einem Seitenrand finden. Mithilfe der Schneiderkreide ziehst du eine senkrechte Linie von der Oberkante der Gardine bis ganz nach unten. Wiederhole diesen Vorgang mit der anderen Seite der Bahn. An diesen beiden Linien wirst du den Stoff später raffen.

Berechne nun den Platz für den Tunneldurchzug wie folgt:

Tunneldurchzug = (3,14 x Durchmesser der Gardinenstange) + 2,5 cm

Bei mir ergab sich ein Tunnel von ca. 7,5 cm. Vom oberen Rand misst du entsprechend hinunter und ziehst dann eine Linie über die gesamte Breite deiner Gardine. An dieser Linie orientierst du dich später beim Abstecken und Nähen des Tunneldurchzugs.


3. Säumen von Seiten und unterem Rand

Säumen von Seiten und unterem Rand

Schlage den Rand an einer Seite der Gardine erst ca. 0,6 cm und dann nochmals 0,6 cm um. Stecke oder klammere den umgefalzten Stoff fest und nähe dann mit 1 cm Abstand entlang des Randes. Wiederhole diesen Schritt am anderen Seitenrand deiner Gardine.

Wenn du die Seiten fertig genäht hast, gehst du am unteren Rand genauso vor. Am Schluss sollte die Gardine an drei Kanten gesäumt sein.


4. Nähen des Tunneldurchzugs

Schlage den oberen Rand ca. 0,25 cm um und falte ihn dann nochmals, so dass die erste Faltkante auf die Linie für den Tunnel trifft, die du vorher gezogen hast. Stecke alles gut fest und nähe es mit 1 cm Abstand zur Faltkante zusammen. Fertig ist der Tunneldurchzug!


5. Teilen und Raffen der Gardinenbahn

Teilen und Raffen der Gardinenbahn
Teilen und Raffen der Gardinenbahn

Stelle die Stichlänge so lang wie möglich ein und nähe mithilfe des Heftstiches entlang einer der anfangs gezogenen senkrechten Linien, zwischen Tunnneldurchzug und Saum, ohne Verriegeln. Lass beide Fadenenden lang. Nähe zwei weitere Heftstichnähte ca. 1 cm auf jeder Seite dieser Linie — jetzt solltest du drei parallel verlaufende Heftstichlinien haben. Zieh nun vorsichtig an den Unterfäden, bis schöne Raffungen entstehen.

Wissenswertes: Ein Heftstich ist ganz einfach der längste gerade Stich auf der Nähmaschine.


6. Festnähen der Gardinenraffungen

Festnähen der Gardinenraffungen

Stelle die Maschine auf Standardstichlänge ein und nähe damit über jede Heftstichnaht, um die Raffungen zu fixieren. Statt drei einzelner Nähte entschied ich mich für eine einzige lange Naht entlang der ersten Rafflinie, über den unteren Saum, in der Mitte hinauf, über den oberen Saum und wieder nach unten entlang der letzten Rafflinie. Du kannst aber auch bei jeder Linie separat anfangen und aufhören.

Wiederhole diesen Vorgang auf der anderen Seite deiner Gardinenbahn. Die Gardine sollte jetzt in drei Teile mit einer schön gerafften Mitte aufgeteilt sein.

Fertig ist die Raffgardine

Du kannst die Gardine jetzt gleich so aufhängen, wie sie ist. Bei mir hingen die Seitenränder durch die gekürzte Länge etwas herunter. Daher bekam bei mir jede Seite noch eine zusätzliche Raffung.


Super gemacht, deine Raffgardine ist fertig! Du hast jetzt richtig Lust auf noch mehr Veränderung bekommen? Schau dir die Lieblings-Designs der Community im Marktplatz an und leg am besten gleich los. Vergiss nicht, deine DIY-Dekoprojekte mit dem Tag #spoonflower zu versehen, damit wir deine Vorher-Nachher-Fotos bewundern können.

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