Spoonflower Stellt Vor Neta Hagiladi | Spoonflower Deutschland

Neta, bitte stelle dich kurz vor.

Mein Name ist Neta Hagiladi und ich arbeite als Illustratorin und Musterdesignerin. Vor drei Jahren bin ich, nach meinem Abschluss in Kommunikationsdesign am Shenkar College in Tel Aviv, nach Berlin gezogen. Ich machte zuerst ein Praktikum bei einem Berliner Designbüro. Dort gestaltete ich unter anderem die Kataloge für “L’Oréal” und die Tapeten für die “Katjes”-Läden (zum Beispiel für den am Hackeschen Markt in Berlin). Nach dem Praktikum habe ich dann meinen Weg als unabhängige Musterdesignerin eingeschlagen. Ich lebe heute mit meinem Mann und meiner Tochter in Berlin.

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Wie bist du dazu gekommen, wie hat alles angefangen?

Schon als Kind war das Zeichnen ein Teil von mir. Trotzdem habe ich dann erstmal beruflich einen anderen Weg eingeschlagen: Schauspiel. Zehn Jahre lang arbeitete ich als Theaterschauspielerin in Israel und Deutschland.

2009 entschied ich dann, dass ich mich wieder meiner anderen Leidenschaft widmen würde: der Illustration. Während meines Studiums probierte ich alle möglichen Richtungen aus: digitale und handgezeichnete Illustration, Siebdruck, Linolschnitt, Radierung und viele andere Techniken. Meine Abschlussarbeit, eine Wandinstallation aus Bleistiftzeichnungen, erhielt sogar beim jährlichen 3X3 Illustrationswettbewerb eine ehrenhafte Erwähnung.

Nach meinem Abschluss habe ich mich dann auf illustrierte Muster konzentriert. Ich finde die Vorstellung toll, dass meine Illustrationen dann quasi in echten „Projekten“ lebendig werden.

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Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Gewöhnlich starte ich in den Tag damit, meiner Koffeinsucht zu frönen und dann meine E-Mails zu lesen. Ich setze meine Kopfhörer auf und beginne, mit Musik in den Ohren, zu arbeiten. Wenn ich an einem neuen Muster arbeite, gehe ich noch mal alle Bilder durch, die ich gemacht habe, wähle die besten aus und zeichne ein paar erste Skizzen. Ich arbeite nicht nur ausschließlich mit Bildern, manchmal sind es auch lebende Objekte und ab und zu zeichne ich auch Skizzen aus dem Kopf.

Bald ist es schon Zeit für Mittag, und so mache ich eine Pause. Der späte Nachmittag ist für meine Tochter reserviert – unsere Quality Time.

Ich unterbreche meinen Routinealltag gerne mit einem Tag in der Siebdruckwerkstatt, treffe mich mit anderen Künstlern oder arbeite auch mal zu hundert Prozent analog und zeichne dann ausschließlich mit der Hand.

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Beschreibe deinen kreativen Schaffensprozess. Wie entstehen neue Muster? Gibt es da einen typischen Prozess?

Als Erstes entscheide ich mich für ein Thema. Dann versuche ich mich total in dieses Thema zu vertiefen: Ich gehe raus, mache Fotos und sammle online Bilder für meine Inspirationspinnwand. Als ich zum Beispiel an meiner „Coral Reef“-Kollektion (Korallenriff) arbeitete, besuchte ich den Berliner Zoo und fotografierte die Korallen und die Fische im großen Aquarium. Klar, könnte ich das alles auch online machen. Aber es ist doch eine tolle Ausrede, Berlin kennenzulernen und mehr Spaß macht es so auch. Ich mache das auch nicht bei jedem neuen Muster so.

Als Nächstes fertige ich eine Menge Bleistiftskizzen an, bis ich mit den Formen zufrieden bin. Danach verfeinere ich die Zeichnungen, so dass sie grafischer werden (wenn ich an Vektorgrafiken arbeite).

Meistens habe ich von Anfang an eine bestimmte Farbpalette im Kopf, aber wenn ich das Muster fertig habe, spiele ich gerne noch ein paar Varianten durch. Während ich den Musterrapport entwickle, zeichne ich parallel aus den Motiven auch eine richtige Szenerie, aus der ich dann einen Siebdruck mache.

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Welchen Schritt magst du an deinem kreativen Schaffensprozess am liebsten?

Es gefällt mir am besten, wenn alles automatisch läuft. Wenn die Recherche abgeschlossen ist, die Skizzen gezeichnet sind und es Zeit ist, jede einzelne Linie entlang zu gehen. Dieses monotone Arbeiten mit dem Pen-Tool in Illustrator macht mit meiner Hand, dass sie sich leicht wie eine Feder bewegt, fast wie von allein. Dadurch kann ich meine Gedanken schweifen lassen. Wenn ich dazu noch einen interessanten Podcast oder Musik höre, kann es zu einem richtig entspannenden Zen-Zustand kommen.

Wie bist du auf Spoonflower gestoßen?

Letztes Jahr wurde ich zu einer Gruppenausstellung während der Illustrationswoche in Tel Aviv eingeladen. Ich hatte dafür eine Installation mit großen bedruckten Stoffen gefertigt. Und als ich nach eine Möglichkeit suchte, die Stoffe bedrucken zu lassen, stieß ich auf Spoonflower.

Ich habe mich sehr gefreut, als ich hörte, dass Spoonflower jetzt in Berlin ist. Ich habe super viele Ideen, die ich noch umsetzen will. Ich werde Spoonflower sicher viel in Zukunft nutzen.

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Was inspiriert dich, wie kommst du auf neue Ideen?

Meine größte Inspirationsquelle ist die Natur. So bin ich aufgewachsen: Mein Vater war Pflanzenphysiologe. Wir lebten auf dem Land und hatten eine Mangoplantage und ein Gewächshaus. Hinter unserem Haus waren Wiesen voller Wildblumen.

Als Kind habe ich ständig ganze Sträuße gepflückt und die Blüten zwischen Buchseiten getrocknet und gepresst.

Meine Freundin aus der Kindheit, Doron Sohari, und ich streiften oft durch die Felder und flochten Blumenkränze. Wir bemalten alte Holzkisten und bastelten Masken aus Gips zusammen. Sie hatte immer wieder neue Ideen. Leider ist vor ein paar Monaten von uns gegangen, was mich tief traurig zurücklässt. Aber ihre Kreationen und ihr freier Geist werden eine immerwährende Inspiration für mich sein: http://www.doronsohari.com

Es ist einfach toll, durch Berliner Straßen zu streifen. Das kann unheimlich inspirierend sein. Es gibt sehr viele schöne Cafés, die ich mag. In einigen kleben wunderschöne Tapeten aus den Zwanzigern. Ich gehe auch gerne auf den Flohmarkt.

Sehr inspirierend sind auch die temporären Ausstellungen im Bröhan Museum. Und einmal war ich während der Recherche zu einem Muster im Botanischen Garten in Dahlem. Dort ist es wunderschöne – ein absolute Empfehlung!

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Was sind deine Ziele für die nächsten Monate?

Die nächsten Monate werden für mich sehr entscheidend und wichtig sein. Ich werde eine neue Musterkollektion fertig machen und einige meiner Muster liszensieren lassen.

Dann würde ich gerne eine kleine Gruppe von kreativen Leuten initiieren, die sich regelmäßig trifft und zusammen mit unterschiedlichen Techniken und Handwerken experimentiert: Linolschnitt, Pinsel, Kaffee und Kuchen.

Was wäre für dich das Coolste überhaupt, das du in deinen Arbeiten einmal umsetzen willst?

Ich würde gerne mal eines meiner Muster als zentrales Motiv an den Wänden eines interessanten Berliner Ortes sehen.

Hast du einen richtig guten Tipp parat? Entweder einen, den du durch dein künstlerisches Schaffen gelernt hast oder einen, der dir hilft eine motivierte und inspirierte Künstlerin zu bleiben.

Mein Lieblingstipp ist von Ira Glass, der Produzent und Gastgeber der Radiosendung “This American Life”. Er sprach mal über die Diskrepanz zwischen deiner Arbeit und deinem Geschmack. Vereinfacht gesagt meinte er, dass bei Künstlern zu Beginn ihrer Laufbahn der gute Geschmack  viel stärker ausgeprägt ist, als ihre kreativen Fähigkeiten. Man sollte sich also nicht in Selbstkritik verlieren, sondern einfach hart daran arbeiten, diese Lücke zu schließen.

Spoonflower stellt vor: Neta Hagiladi | Spoonflower Deutschland

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