Swantje_photo by Liz Bahlke4

Heute möchten wir euch die Berliner Modedesignerin Swantje vorstellen. Sie ist ein wahres Multitalent! Im Herbst hat sie ihr erstes Unterwäsche Nähbuch „Alles Jersey – Unterwäsche“ veröffentlicht (Wer hätte es gedacht? Ihr Lieblingsstoff auf Spoonflower ist auch Jersey!) und arbeitet gerade mit einer Freundin an einer neuen Schnittmusterkollektion. Du bist neugierig geworden und möchtest mehr über Swantje, ihre zukünftigen Projekte und ihr Lieblingskleidungsstück erfahren? Dann ließ weiter!

Bitte stelle dich und dein Unternehmen kurz vor.

Ich bin Swantje – Designerin, Autorin und Video-Trainerin. Ich arbeite immer parallel an unterschiedlichsten Projekten, die aber alle mehr oder weniger mit dem Thema »Nähen« zu tun haben. Mein aktuelles Projekt ist eine Schnittmusterkollektion, die ich gemeinsam mit einer Freundin entwickle und die noch dieses Jahr online gehen soll. Dazu gehört auch eine Vielzahl von Technik- und DIY-Videos, die die Arbeit mit unseren Schnitten erleichtern sollen. Da wir gerade mitten in der Gründung stecken ist das noch….psssssst, geheim 😉 Generell liebe ich es aber Dinge zu entdecken, Neues zu probieren, mache alles gleichzeitig und wild durcheinander und lasse den Abend gerne mit guten Freunden und einem Glas Gin Tonic ausklingen.

Wie bist du dazu gekommen, wie hat alles angefangen?

Ursprünglich bin ich Schneiderin und Modedesignerin. Ich zeichne und illustriere unheimlich gerne und Stoffe und Schnitte haben es mir schon immer angetan. Da ich schlecht alleine »funktioniere« und mein Wissen lieber teile, habe ich bis 2015 den »Nadelwald co-sewing space« geleitet. Eine offene Werkstatt für alle, die die Arbeit mit Stoffen ebenso lieben und sich gegenseitig unterstützen und austauschen wollten. Eine wunderbare und sehr intensive Zeit, die mich mit so vielen, tollen Menschen zusammengebracht hat.

Spoonflower stellt vor: Swantje Wendt

Dort hat mich auch das Makerist-Team entdeckt und als Nähtrainerin vor die Kamera geholt. Von da an waren Video-Kurse eine neue Leidenschaft und eine Möglichkeit noch mehr Nähbegeisterte zu erreichen. Ähnlich bin ich auch mit der Edition Michael Fischer zusammengestoßen, mit der ich gerade mein drittes Nähbuch veröffentlicht habe. Also alles eher über Umwege, aber mit ganz viel Herzblut.

Welcher Bereich macht dir am meisten Spaß?

Hm, eigentlich gibt es keinen Bereich, der mir keinen Spaß macht. Okay, auf den ganzen Buchhaltungs- und Steuerkram könnte ich manchmal verzichten, aber die unglaubliche Vielseitigkeit der einzelnen Projekte ist wirklich großartig. Ich kann mich täglich neuen Aufgaben und Herausforderungen stellen und mir wird nie langweilig.

Wie nutzt du Spoonflower für deine Projekte?

Ehrlich gesagt bin ich noch recht neu mit Spoonflower unterwegs, da ich meine Designs immer nur für illustrierte Karten verwendet habe. Doch für mein aktuelles Buch »Alles Jersey – Bodywear« wollte ich einen ganz speziellen Schwarz-Weiß-Druck auf dem Cover haben, der leider nirgends zu finden war. Selbstmachen war da die einzige Möglichkeit. Nun habe ich genau den Druck, den ich mir gewünscht habe und Spaß gemacht hat es außerdem.

Spoonflower stellt vor: Swantje WendtWie bist du auf Spoonflower gestoßen?

Für mich sind Pinterest und Instagram die besten Inspirationsquellen. Hier bin ich auch auf die schönen Drucke der Spoonflower Community aufmerksam geworden…und als das Thema für mich relevant wurde, musste ich nicht lange überlegen.

Welche Rolle spielen Materialien? 

Für mich ist Qualität generell das Wichtigste. Vielleicht sollte ich gleich vorab sagen, dass das Nähen für mich kein Hobby ist. Ich mache das nicht nur so nebenbei als Ausgleich, sondern verdiene damit mein Geld. Sowohl in der Ausbildung, als auch im Studium, lernt man schnell wie viel Arbeit in jedem einzelnen Arbeitsschritt steckt. Das beginnt mit der ersten Idee, einem Grundschnitt, einem ersten Prototyp, den Anproben und Schnittänderungen, weiteren Protos bis man schlussendlich das fertige Teil am Körper trägt oder es mit einem Produktionsschnitt beliebig vervielfältigt werden kann. Bei so viel Aufwand möchte ich auf keinen Fall ein billiges Material verwenden, das mir nach ein paar Wäschen auseinander fällt. Das gilt nicht nur für den Stoff, sondern auch für alle anderen Zutaten wie Garne, Nadeln, Reisser, Knöpfe und natürlich auch die Maschinen und Werkzeuge.

Wie entstehen neue Produkte, gibt es da einen typischen Prozess?

Das ist in meinem Fall eher fließend. Die Ideen kommen und gehen, werden auf- und umgeschrieben, irgendwann in eine konkrete Form oder ein Konzept gebracht und oft wieder verworfen. Meist mehrfach. Es gibt Ideen, die von Anfang an feststehen und nur im Detail geändert werden, andere lasse ich gerne wirken und beschäftige mich erstmal mit parallelen Dingen. Wenn die Entscheidung dann aber steht, arbeite ich sehr fokussiert bis zum Ende durch.

Spoonflower stellt vor: Swantje WendtWie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Zum Glück gibt es keinen typischen Tag für mich. Nur meine Mails mache ich täglich, alles andere ist eher on demand. Ich versuche jederzeit flexibel zu sein, um mir für wichtige Termine und Abgaben genügend Raum zu lassen und dennoch spontane Dinge annehmen oder abarbeiten zu können. Das können Meetings sein, die Arbeit an Kollektionsteilen oder Schnitten, Kooperationen, Vorbereitungen und Drehtage für Videokurse oder eben auch mal ein Großprojekt wie ein Nähbuch.

Wie gehst du das Thema Vermarktung an, was funktioniert für dich am Besten?

Da mein Business auch gleich mein Privatleben ist, sind Instagram und Facebook meine wichtigsten Medien. Druck zu haben etwas posten zu »müssen« wäre für mich definitiv kontraproduktiv, deshalb mache ich das alles eher nach Gefühl und wie ich Zeit dafür finde. Glücklicherweise gibt es immer wieder Querverbindungen durch meine Video-Kurse bei Makerist, meine Nähbücher bei EMF oder den Illustrationen bei der Kartenmacherei. So habe ich immer etwas Neues zu erzählen 🙂

Was inspiriert dich, wie kommst du auf neue Ideen?

Ganz einfach – bei jedem Wetter rausgehen, neugierig bleiben, Neues probieren, an Grenzen gehen und viel mit Menschen sprechen. Wer immer nur zu Hause sitzt und seine Wände anstarrt wird sich nie inspiriert fühlen.
Swantje_photo by Liz Bahlke4

Was sind deine Ziele für die nächsten Monate?

Momentan ist die Schnittmusterkollektion das nächste Großprojekt…aber wer weiß was da noch so alles dazwischen kommt.

Welchen Rat hast du für alle, die überlegen ihr eigenes kreatives Unternehmen zu starten?

Mach‘ es – lieber hast du es probiert, als dich nicht getraut!
Ganz wichtig ist auch das Aufschreiben deiner Idee. Ein Businessplan macht zwar erstmal Arbeit, aber bringt dir vorallem Klarheit in den unsicheren Punkten. Sprich mit so vielen Leuten wie möglich darüber und lasse neue Idee, Anregungen und Kritik mit einfließen. Manchmal ändert sich damit auch die ursprüngliche Idee, aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.

Kreativer Steckbrief von Swantje Wendt

Vollständiger Name
Swantje Wendt
Webseite | Shop | Blog
www.swantjewendt.de
Wo wohnst du gerade?
Seit 2010 fühle ich mich in Berlin zu Hause
Spoonflower Profil
www.spoonflower.com/profiles/swantjewendt
Wann kommen dir die besten Ideen?
Meist unterwegs, unter Zeitdruck oder im Gespräch mit anderen
Dein kreativer Prozess auf einem Blick
Einfach machen. Egal was. Umdenken, ändern, anpassen und neu ausrichten kann man immer.
Wenn ich in meinem Studio bin, fühle ich mich
…in absolut kreativer Gesellschaft. Schon wenn ich die Türe aufschließe kribbelt es in den Fingern.
Welche Werkzeuge/Programme nutzt du als Designer?
Ich muss Dinge erstmal anfassen und spüren können, daher nutze ich gerne eine Mischung aus analogen und digitalen Medien von Papier & Zeichenstift bis hin zu Photoshop, Illustrator und InDesign und dazwischen steht meine Nähmaschine in Bergen von Stoffen.
Welches Stück aus deiner Garderobe verkörpert am meisten deinen Style?
Sagen wir einfach »schwarz«…egal was.
Bevor du ein kleines Business gestartet hast, hätte ich mir gewünscht, dass jemand mir gesagt hätte dass,
…die Kleinunternehmerregelung für Gründer nicht nur Vorteile hat. In meinem Fall hat mich die Umstellung zur normalen Besteuerung nicht nur Nerven, sondern auch eine Menge Geld gekostet.
Wie hilft dir Spoonflower deine Geschäftsbedürfnisse zu erfüllen?
Bisher war ich immer vom aktuellen Stoffangebot abhängig. Spoonflower ist für mich eine tolle Möglichkeit nun auch eigene Drucke in meinen nächsten Projekten zu verarbeiten.
Welches Programm/Buch/Software/Person etc. ist deiner Meinung nach ein wichtiges Hilfsmittel für Selbstständige?
Ich finde es generell wichtig einfach mit vielen Menschen zu sprechen. Am besten mit solchen, die selbst schon gegründet haben. So hat man Austausch und bekommt immer wieder Tipps und Inspiration Dinge anders oder besser zu machen. Ein Business-Coach ist ebenfalls eine tolle Sache, um eine unabhängige Meinung zu hören.
Was ist deine Lieblingsstoff von Spoonflower mit dem du am liebsten arbeitest?
Ich finde die Organic Linie super, arbeite aber am Liebsten mit Jersey. Eine Kombination wäre großartig 😉

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