Eigener Online-Shop, Dawanda oder Etsy? Oder alles drei?

SEP 5, 2016
Eigener Online-Shop, Dawanda oder Etsy? Oder alles drei? | Spoonflower Deutschland

Du hast dein Unternehmen angemeldet, dein Logo steht, die Nähmaschine läuft heiß und du möchtest endlich loslegen mit Verkaufen! Nur – wo?

Etsy, Dawanda oder lieber doch ein eigener Online-Shop? Oder alles drei? Oder zwei davon? Was ist das beste für dich, deine Produkte und deine Kunden?

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Ganz schön schwierig – aber wir sind da, um dir bei der Entscheidung zu helfen. Dazu haben wir dir hier einen kleinen Überblick zusammengestellt, was sich hinter den einzelnen Plattformen verbirgt und was die Vor- und Nachteile sind!

Zuallererst: Eigener Onlineshop oder Marktplatz wie Dawanda oder Etsy?

Ein eigener Onlineshop hat einige Vorteile:

  • Du kannst das Design eigenständig bestimmen und genau deinen Vorstellungen und deiner Marke anpassen.
  • Du zahlst keine Einstellgebühren pro Artikel (wie bei Etsy oder Dawanda).
  • Du bist nicht von einem externen Unternehmen, dass den Marktplatz betreibt, abhängig – z.B. betreffen dich dann Änderungen im Such-Algorithmus der Plattform nicht.
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Mein Onlineshop – klar, minimalistisch, weiß. Genau so wie ich es mag.

Allerdings birgt er auch ein paar Nachteile:

  • Die Anfangskosten sind relativ hoch, wenn du deinen Webshop programmieren lässt. Es gibt allerdings auch Anbieter wie Squarespace oder Shopify, bei denen du für einen kleinen monatlichen Betrag einen Shop selbst online stellen kannst.
  • Du bist selbst für alle Marketingmaßnahmen verantwortlich, d.h. du musst den Traffic für deinen Shop über Instagram, Anzeigen wie über Google Adwords oder einen Blog generieren.

Ein Marktplatz wie Dawanda oder Etsy bietet dir

  • eine große Gruppe an potentiellen Käufern
  • zusätzlich buchbare Werbemaßnahmen wie Startseitenplatzierungen oder Newsletter-Artikel
  • einen relativ einfachen Setup-Prozess – du wirst Schritt für Schritt durch deine Shoperöffnung geleitet.
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Der Dawanda-Shop von Theo & Paula – alles mit Spoonflower-Stoffen gefertigt!

Dafür

  • kosten die Marktplätze aber auch immer wieder Geld: Du zahlst bei Einstellung jedes Produktes einen bestimmten Betrag sowie zusätzlich eine Provision bei Verkauf und Zahlungsgebühren abhängig von der Zahlungsmethode, die dein Kunde nutzt.
  • kann es schwierig sein, in der Masse der Verkäufer aufzufallen, wenn man keine zusätzlichen Marketingmaßnahmen bucht.
  • musst du deine Marktplatz-Shops immer wieder mit neuen Produkten füttern, um in den Suchergebnissen oben aufzutauchen. 

Du siehst schon – beide Optionen haben Vor- und Nachteile, die sich schwer gegeneinander aufwiegen lassen. Mein Tipp daher: Ein Marktplatz lohnt sich vor allem dann, wenn du ausprobieren möchtest, ob sich deine Produkte gut verkaufen. Leg dir einen Shop an (das geht ziemlich schnell!) und promote ihn über Instagram, Facebook oder deinen Blog. So merkst du ohne große Investition in einen eigenen Onlineshop, ob deine Produkte Käufer ansprechen oder was du an ihnen noch ändern solltest.

Sobald du dich mit deiner Produktauswahl wohlfühlst, und Zeit und Ressourcen hast, einen eigenen Onlineshop aufzuziehen, kannst du das auch tun. Du kannst sogar alle Shops nebeneinander laufen lassen!

Zusätzlicher Tipp: Informier dich über die Zahlungsmethoden, die die Kunden in deinen Hauptmärkten gerne nutzen. PayPal ist extrem beliebt in Deutschland, aber nicht in den USA – dafür zahlen US-Amerikaner liebend gerne mit Kreditkarte. Überleg dir genau, welche Zahlungsmethoden du anbieten möchtest und bezieh das in deine Entscheidung mit ein!

Dawanda oder Etsy?

Dawanda ist vor allem stark im deutschsprachigen Raum, Etsy-Käufer leben oft in den USA. Die erste Frage, die du dir also stellen kannst, wenn du dich fragst “Dawanda oder Etsy?” ist, wohin du gerne liefern möchtest und wo deine Zielgruppe lebt.

Auf beiden Plattformen gibt es die Möglichkeit, Produktbeschreibungen in mehreren Sprachen zu veröffentlichen – man sollte aber auf Dawanda immer eine deutsche Beschreibung und auf Etsy eine englische hinterlegt haben.

Bei beiden Marktplätzen gibt es Teile des Setup- und Upload-Prozesses für neue Produkte, die meiner Meinung nach nicht so gut funktionieren. Bei Dawanda dauert es relativ lange, bis man sich durch den kompletten Setup-Prozess für einen neuen Shop gearbeitet hat. Das liegt vor allem daran, dass man direkt Infos wie die AGBs oder Widerrufsbelehrungen eintragen muss. Dafür wird einem aber auch über eine Anwaltsseite Hilfe angeboten – teilweise kostenlos, teilweise muss man zahlen.

Bei Etsy muss man dagegen zuallererst Produkte hochladen – gleich auch mit Fotos. Das hat mich am Anfang ziemlich viel Zeit gekostet, weil ich noch keine Produktfotos hatte und so warten musste, bis sie fertig waren, bevor ich den Shop einrichten konnte.

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Der Anfang des Shop-Setup-Prozesses bei Etsy

Jetzt zu den Kosten: Bei beiden Plattformen funktioniert das ähnlich – du zahlst pro eingestelltem Produkt einen Fixpreis und eine Provision beim Verkauf. Möchtest du dein Produkt über einen bestimmten Zeitraum verlängern, zahlst du den Fixpreis noch einmal. Zusätzlich kommen beim Verkauf Zahlungsgebühren dazu. Die sind von der Zahlungsmethode, die dein Käufer wählt, abhängig. Du kannst bei beiden Marktplätzen übrigens einstellen, welche Zahlungsmethoden du anbietest.

Solltest du dich für zusätzliche Marketingmaßnahmen wie eine Platzierung auf der Startseite oder oben auf der Kategorie-Übersichtsseite entscheiden, kosten die auch noch einmal zusätzlich Geld, meist eine einmalige Zahlung. Damit kannst du dann dein Produkt für einen bestimmten Zeitraum hervorheben lassen.

Als letztes Entscheidungskriterium würde ich die Reichweite, die die beiden Plattformen bieten, empfehlen. Etsy ist wesentlich größer – allerdings sowohl in der Kundenanzahl als auch in der Masse der Verkäufer. Das heißt, die potentielle Reichweite für dich ist größer, die tatsächliche kann aber geringer sein, weil du höheren Wettbewerb hast. Dawanda ist kleiner, aber auch hier gibt es Stimmen, die sagen, dass es immer schwieriger wird, seine Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen.

Auch hier gibt es (leider 😔 ) keine eindeutige Empfehlung. Wenn du eher in Deutschland verkaufen möchtest, würde ich Dawanda ausprobieren; fühlst du dich im Englischen wohl und bespielst z.B. deine Social-Media-Kanäle auch auf Englisch bietet sich Etsy an.

Du kannst dich natürlich auch dafür entscheiden, auf beiden Marktplätzen zu verkaufen! Du kannst die gleichen Produktfotos und -beschreibungen verwenden, allerdings bedeutet es natürlich auch mehr Aufwand in der Shop-Pflege.

Meine persönliche Abschlussempfehlung: Mit einem Shop auf einer der beiden Plattformen zum Ausprobieren starten – abhängig von der Sprache deiner Zielgruppe – und dann sukzessive zu einem eigenen Onlineshop übergehen.

Was sind eure Erfahrungen in Bezug auf Etsy und Dawanda? Ich würde mich über eure Kommentare und Tipps sehr freuen!  


Über unsere Gast Bloggerin

Hanna Lisa

Hanna Lisa unterstützt mit ihrem Unternehmen seit Ende 2015 Crafty Entrepreneurs und größere Kreativ-Unternehmen in Marketing-, Branding- und Strategiefragen. Außerdem baut sie zwei Labels für Nähkits (Beyond Bias) und handgefertigte Taschen (@ihavemyshittogether) auf – schließlich glaubt sie daran, alle Tipps und Tricks, die sie anderen Unternehmern gibt, erstmal am eigenen Leib auszuprobieren. Sitzt sie mal nicht am Laptop oder der Nähmaschine findet ihr sie garantiert auf ihrem Balkon mit Strickzeug in der Hand – Stricken ist nämlich ihre erste Liebe und private Leidenschaft. Mehr über Hanna Lisa könnt ihr auf ihrer  Website Hanna Lisa und ihrem Instagram-Account erfahren.

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4 Kommentare

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  • Das was ich aus erfahrung weiß um bei Google nach vorne zu kommen, braucht es viel Zeit, Geduld und jede Menge Backlinks. Nicht zu viele Links aus Webkatalogen und Artikelverzeichnissen. Vor allem von hochrangigen, sogenannten Trust-Seiten. Besitze selber einen Kosmetik Onlineshop und weiß sehr gut wie man da am besten einen Produkt Ranking kann.

  • Hallöchen,
    Ich bin ein Kleingewerbetreibende und möchte digitale Produkte bei Etsy verkaufen. Da die sofort zum Download bereit sind, habe ich ja auch keine Probleme beim Versand.

    Doch kann ich da irgendwo angeben das ich nach Paragraph…… keine Mehrwertsteuer ausweisen darf?
    Kriege ja sonst Probleme mit dem Finanzamt.

    Bin froh über jede hilfe oder auch tip.

    • @ Leonid: Ja, diese Info gehört in die AGB, die Du nach eigenem Ermessen anpassen kannst – siehe Einstellungen! Bitte auch unbedingt die Sache mit Rücknahmen und Umtausch regeln – nach EU- Regeln muss man das nämlich nur, wenn Mängel nachgewiesen werden können. Ansonsten ist die Rücknahme und der Umtausch eine freiwillige Leistung!

  • Auf mich wirken Dawanda, Etsy oder vergleichbare Plattformen wie gewollt und nicht gekonnt, wenn wir von einem eigenem Unternehmen sprechen und nicht von Flohmarkt- oder Hobbyverkäufe.

    Im Grunde ist es völlig egal, was man verkaufen möchte. Wenn das Produkt nicht ein einzigartiger Knaller ist, dann wird man auf Mitbewerber treffen, die das gleiche Produkt oder ein ähnliches anbieten. Bedingt durch Solgans wie \“Geiz ist Geil\“ oder auch der Tatsache, dass sehr viele Leute mit sehr wenig Geld (Niedriglöhne, HartzIV, Unterhalt, Rente) auskommen müssen, muß man mit einem sehr gepflegtem Shop, gute Auswahl, entsprechendem Preisniveau und einem super Service punkten, was durchaus auch Zeit kostet.

    Meine Empfehlung ist der eigene Online-Shop, dessen Adresse auch auf jeder Visitenkarte, Briefpapier, Flyer oder sonstigem Schriftstückes des eigenem Unternehmens stehen sollte. Das Logo sollte dabei so gestaltet sein, dass es unverwechselbar, edel aber dennoch den Kunden im Kopf bleibt. Das Logo sollte man sich auch schützen lassen.

    Eine eigene Domain bei einem kostengünstigem Anbieter (z. B. bei https://all-inkl.com) , wo man seinen Webshop und / oder Webseite (ggf. auch Blog) hostet, spiegelt die eigene Seriösität und Professionalität wieder. Es gibt viele Shopsysteme, die kostenlos sind und sich auch an ein Kleingewerbe (mit dem man sinnvollerweise anfängt) anpassen lassen.

    Natürlich muß man sich mit der Materie \“Webshop\“ beschäftigen, denn ohne Fleiß, kein Preis. Hilfe findet man meistens in den Support- / Hilfeforen, so dass man auch ohne umfassende Kenntnisse vieler Programmiersprachen, wunderbar klar kommen kann. Aber auch da gilt, dass man die Worte \“Bitte\“ und \“Danke\“ nicht vergißt. Viele Communitymitglieder helfen ehrenamtlich, weil sie Lust haben, anderen zu helfen, um dadurch das Projekt zu unterstützen.

    Ein Tipp von mir ist es, immer darauf zu achten, eine aktuelle Datensicherung zu haben. Wenn bei einem Update oder anderem einmal der Shop kaputt geht, wird man froh sein, wenn man den Schaden möglichst klein halten kann, auch vom Zeitaufwand her.

    Selbständigkeit hat zwar den Vorteil, dass man sein eigener Chef ist, dafür aber auch eine Menge leisten muß. Man arbeitet SELBST und das STÄNDIG. Deshalb muß man sich vorher gut überlegen, ob man den Schritt in die Selbständigkeit wagen kann und möchte. Wer also nicht mehr leisten möchte als ein normaler Arbeitnehmer, der sollte an eine eigene Firma besser nicht denken.

    Dieser Kommentar wird für viele nicht ins Weltbild passen, aber ich weiß, wovon ich rede. Ich kenne nicht nur die Anfänge des Internetes in Deutschland, sondern bin seit vielen Jahren meine eigene Chefin, die Höhen und Tiefen erlebt hat.